Lernen im Schlaf: Schlafmützen lernen besser!
Lernen im Schlaf: Schlafmützen lernen besser!

Lernen im Schlaf: Schlafmützen lernen besser!

Allgemein bekannt war bislang, dass Schlafen unser Gedächtnis unterstützt. Daher hat man durchaus einen merkbaren Erfolg, wenn man kurz vor dem Zu-Bett-Gehen Lerninhalte wie etwa ein Gedicht wiederholt.

Experimente der Universität Tübingen zeigten jedoch, dass nicht alle Gedächtnisinhalte im Schlaf in den Langzeitspeicher übertragen werden. Während des Tages werden im Hippocampus zunächst die meisten Informationen (Lerninhalte und Erlebnisse) gesammelt. Erst im Tiefschlaf entscheidet dann unser Gehirn, welche Inhalte in den Langzeitspeicher kommen und welche nicht. Die Aufgabe des Langzeitspeichers übernimmt dabei der Neocortex. Das ist zu 90% der stammesgeschichtlich jüngste Teil unserer Großhirnrinde.

Für die Übertragung der im Zwischenspeicher abgelegten Informationen muss unser Gehirn vorübergehend stillgelegt werden. Im Wachzustand würde es zu Verwirrungen kommen. Man geht davon aus, dass wir dann halluzinieren.

Diesen Übertragungsprozess kann man ausschließlich in der Phase des Tiefschlafs beobachten und hat daher nichts mit dem Phänomen des Träumens zu tun. Unsere Träume entstehen in der REM-Phase.

Welche Informationen vom Zwischenspeicher (Hippocampus) in den Langzeitspeicher (Neocortex) während des Tiefschlafs übertragen werden, hängt zum Großteil davon ab, welche Emotionen daran beteiligt sind. Informationen, die mit Wut, Angst oder Lust verknüpft sind werden bevorzugt übernommen. Außerdem konnte man feststellen, dass eine Aussicht auf Belohnung besonders effektiv ist, wenn Gedächtnisinhalte im Schlaf verfestigt werden sollen.

Dies konnte Prof. Born und sein Team der Universität Tübingen mit einem Versuch nachweisen: Ähnlich wie beim Klavierspielen sollten Versuchspersonen zwei Fingerabläufe (Sequenz 1 und Sequenz 2) einüben. Außerdem versprach man den Probanden, dass sie viel Geld bekommen, wenn sie Sequenz 1 besonders gut können. Am nächsten Morgen nahm man das Versprechen wieder zurück, damit die Testpersonen sich nicht bei Sequenz 1 mehr anstrengten als bei der Sequenz 2. Am Ende konnten sie Sequenz 1 besser als Sequenz 2.
Das heißt nicht generell, dass man mit Geld und Geschenken gute Schulnoten belohnen sollte. Lob und Anerkennung funktionieren als Belohnung genauso gut.

Der Schlaf hat zusätzlich noch positive Effekte beim Lösen von Problemen. Wenn man sich mit einer schwierigen Aufgabe tagsüber beschäftigt und zu keiner Lösung kommt, kann es sein, dass man am nächsten Tag kurz vor der Lösung des Problems steht. Im Schlaf werden nämlich Teile des Problems vom Hippocampus in den Neocortex übertragen. Dort verbindet sich dann das Problem mit bereits abgelegten Informationen. Dies bietet uns dann eine neue Perspektive des Problems. Man kann sagen, dass der Schlaf unsere Gedanken neu strukturiert.

Fazit:

  • Verbinden Sie Lerninhalte mit Emotionen (Emotionen sind der Merkturbo)
  • Wiederholen Sie kurz vor dem Schlafen das Gelernte oder Ihr Problem
  • Sorgen Sie für ausreichend Schlaf
  • Lassen sie sich belohnen, oder belohnen sie sich selbst.

Quelle: „Wie man Schlaf gezielt einsetzen kann“ – Spiegel Online
Bildquelle: Alexandra H.  / pixelio.de

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